Gründung und erste Jahre

Wir beziehen unser Gründungsfest auf das Foto von den „Lustigen Burschen aus Pasenbach“ aus dem Jahr 1899. Aus welcher Konstellation diese Gruppierung damals um 1900 hervorging ist nicht mehr bekannt. Doch der Grundgedanke an die Gemeinschaft und das gesellige Zusammensein existierte wahrscheinlich damals sowie heute. Grund genug für uns in diesem Jahr ein Fest auszurichten.

Für die Burschen von damals galt es zunächst einen offiziellen Verein zu gründen. Dies geschah 1908, als die Gemeindeverwaltung die Gründung eines „Stopselvereins“ genehmigte. Ab 1911 wurde sich um die Gründung eines Katholischen Burschenvereins bemüht. Der Einfluss der Kirche war damals nicht unerheblich. Nach Verzögerungen durch Unstimmigkeiten mit dem Bezirksamt erfolgte die Gründung am 05. Oktober 1911. Durch Spenden konnte sich der Verein damals schon eine Fahne leisten, was im selben Jahr noch zu einer Fahnenweihe führte. Diese Fahne existiert nach zweimaliger Restaurierung noch heute. Ihre vier Ecken werden von den Schriftzügen „Glaube und Sitte“, „Berufstüchtigkeit“, „Heimatliebe“ und „Frohsinn“ geziert, welche auch in der damaligen Satzung als Zweck des Vereins verankert sind.

 Der Verein hielt sich wacker über die folgenden Jahre hinweg, auch über die schwierige Zeit des I. Weltkriegs. Erst das Hitlerregime brachte die Vereinstätigkeit zum Erliegen, was sogar soweit führte, dass die Fahne in der Kirche versteckt werden musste. 1947 erfuhr der Verein durch Pfarrer Brädl eine Neugründung. Die aus dem Krieg zurückgekehrten Burschen wollten zusammen mit der jüngeren Generation die Traditionen wiederaufleben lassen. Schaller Georg wurde dabei zum 1. Vorstand gewählt.

50er und 60er Jahre

In den 50er und 60er Jahren war das Vereinsleben hauptsächlich von regelmäßigen Burschenversammlungen geprägt, die abwechselnd in den Pasenbacher und Esterhofner Wirtshäuser stattfanden. Wesentliche Bestandteile dieser Versammlungen waren die Begrüßung durch den Vorstand, ein kurzes Gebet und interessante Vorträge von Pfarrer Brädl. Dabei wurde besonders auf christliche und gesellschaftliche Themen eingegangen, wie beispielsweise Kriegsheimkehrerberichte, Lichtbildervorträge, Ratschläge zum Eheleben oder zur Erhaltung von Bräuchen und Traditionen. Natürlich durfte auch der Spaß nicht zu kurz kommen und es wurde Witze erzählt sowie Burschenlieder angestimmt.

Zur weiteren Aufgabe des Burschenvereins zählte die Verabschiedung eines Mitgliedes an dessen Hochzeit mit der Fahnenabordnung. Auch an weiteren Feiertagen und Festen nimmt die Fahnenabordnung bis heute teil, wie zum Beispiel an Fronleichnam und dem Leonhardiritt.

Ab 1948 wurde einmal im Jahr ein Theaterstück aufgeführt. Diese bei den Pasenbacher sehr beliebte Tradition hielt sich erstaunlicherweise bis 1997. Ein ungeschriebenes Gesetz war, dass nur unverheiratete Männer und Frauen mitspielen durften, die unter 40 Jahre waren.

Traditionsgemäß wurde auch in Pasenbach am 1. Mai der Maibaum neu aufgestellt. Da das anschließende gemütliche Beisammensein immer gut besucht war, wurde daraus ein richtiges Maibaumfest.

70er und 80er Jahre

Weil das Dorf und dadurch auch das Maibaumfest in diesem Zeitraum immer größer wurden, entschied sich der Burschenverein 1976 noch ein zusätzliches Dorffest im Sommer zu veranstalten. Das Maibaumfest sowie das Dorffest sind Traditionen, die sich bis heute gehalten haben. Eine andere wie etwa regelmäßige Burschenversammlungen mit dem Pfarrer ging leider über die Jahre hinweg verloren. Diese fanden mindestens einmal im Monat statt. Bei einer Mass Bier und zwei Weißwürscht wurden in diesen Zusammenkünften regelmäßig Lieder wie „Gaudeamus igitur“ oder „Wahre Freundschaft“ angestimmt.

90er und 00er Jahre

Da die Burschenbälle stets beliebter wurden und gleichzeitig viele Wirtshäuser schlossen, beschlossen die Burschen 1990 ein Hallenfest zu organisieren. Da sie keine halben Sachen machen wollten, engagierten sie gleiche die Partyband „Dolce Vita“ und machte kräftig Werbung. Dadurch erlebte das Hallenfest Pasenbach einen enormen Ansturm in den darauffolgenden Jahren. Zur Jahrtausendwende war es dann für kurze Zeit vorbei mit dem Erfolg, weil keine freie Halle zur Verfügung stand. Im Jahr 2003 war die Freude sehr groß, als der Burschenverein und die Mädchengruppe neu durchstarteten. Peter Großmann-Neuhäusler, unser heutiger Schirmherr, stellt uns die Hallen am „Großmann-Anwesen“ bis heute bereit, obwohl der dortige Betrieb durch das Fest sehr eingeschränkt wird.